Nur ein Katastrophen-schutz, der alle Menschen mitdenkt, schützt wirklich!

“Die Stärkung des Katastrophenschutzes wird ein Schwerpunkt unserer Innenpolitik” - das hat die schwarz-grüne Koalition in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten. Mit der an diesem Dienstag vorgestellten Novelle des Gesetzes über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz, kurz BHKG, setzt NRW dies um.

Datum: 10.03.2026

Dazu erklärt Julia Höller, innenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion und Landtagsabgeordnete aus Bonn:  

“Unser Katastrophenschutzgesetz ist die Grundlage dafür, dass wir in NRW auf Katastrophen vorbereitet sind, sie im besten Fall abwenden, aber in jedem Fall besser managen. Die verheerenden Hochwasserkatastrophe 2021 und die Corona-Pandemie haben gezeigt, wo unser Katastrophenschutz Lücken hat und Updates braucht. 

Ich habe selbst zehn Jahre im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe daran gearbeitet, unsere Gesellschaft möglichst krisenfest aufzustellen. Ich halte es für essenziell, dass jede Kommune weiß, welche Gefahren bestehen und was es braucht, um die Bevölkerung zu schützen. Das neue BHKG sieht daher unter anderem verpflichtende Katastrophenschutzbedarfspläne vor Ort und Fortbildungen für die Stadtoberhäupter vor. Wir haben uns zudem dafür stark gemacht, dass die vielen Menschen, die ehrenamtlich im Katastrophenschutz aktiv sind und ihn tragen, für ihr Engagement von ihrer Arbeit freigestellt und finanziell entschädigt werden.  

Der Grundsatz: ‚Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht‘ ist nicht nur falsch, sondern im Katastrophenfall tödlich. NRW geht voran und denkt Katastrophenschutz inklusiv - per Gesetz. Denn nur ein Katstrophenschutz, der alle Menschen mitdenkt, schützt wirklich. 2021 ertranken in Sinzig zwölf Menschen mit Behinderung während der Hochwasserkatastrophe. Wir legen in NRW mit dem neuen BHKG fest, dass bei allen Planungen die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen mitgedacht und berücksichtigt werden.”

Dr. Julia Höller ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie Sprecherin für Innenpolitik der Grünen Landtagsfraktion und ausgewiesene Expertin im Katastrophenschutz. Sie hat im Bereich Katastrophenvorsorge promoviert und bis zu ihrer Wahl in den Landtag zehn Jahre im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn daran gearbeitet, Kritische Infrastrukturen resilienter aufzustellen. Während der Covid-Pandemie war sie Mitglied des Krisenstabs der Bundesregierung. Darüber hinaus setzt sie sich als persönliches Mitglied des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge e.V. und des Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit e.V. für eine resiliente Gesellschaft ein.